## Erklärung Ein hochohmiger Widerstand entlädt die Netzteilkondensatoren kontrolliert, begrenzt den Stromstoß und reduziert damit die Gefahr von Lichtbogen, Bauteilschäden und Verletzungen. ### Warum ein hochohmiger Widerstand? Bei der Entladung eines Netzteilkondensators fließt der Strom durch den Entladewiderstand. $R$ ist so gewählt: * dass der Anfangsstrom begrenzt bleibt: $I_0 = \frac{U_0}{R}$ * der Stromstoß nicht zu einer Lichtbogenbildung führt, * sich keine zerstörerischen Spannungs- und Stromspitzen an Bauteilen bilden, * die Entladung trotzdem innerhalb einer praktikablen Zeit (z. B. wenige Sekunden bis Minuten) abgeschlossen ist. Ein niederohmiger Widerstand oder direkter Kurzschluss würde: * einen sehr hohen Anfangsstrom erzeugen, * innere Widerstände des Kondensators überlasten, * zu plötzlichen Spannungsabfällen und Stromspitzen in der Schaltung führen, * im Extremfall Kondensator, Bauelemente oder Leiterbahnen beschädigen, * Funkenbildung und damit Brandgefahr erhöhen. ### Warum muss die Leistung des Widerstands ausreichend sein? Die im Kondensator gespeicherte Energie beträgt: $E = \frac{1}{2} \cdot C \cdot {U_0}^2$ Diese wird beim Entladen in Wärme umgesetzt. Kurzzeitig wird der Widerstand einer Leistung von $P_0 = \frac{{U_0}^2}{R}$ ausgesetzt. Bei $R = \qty{100}{\kilo\Ohm}$ und $U_0 = \qty{400}{\volt}$ ergibt sich somit eine Leistung von $P_0 = \qty{1,6}{\watt}$. Deshalb muss der Widerstand: * eine genügend hohe Nennleistung haben, * für die kurzfristige Überlastungsfähigkeit (Pulsbelastung) ausgelegt sein, * entsprechend groß dimensioniert sein, um Überhitzung zu vermeiden.