Funkamateure dürfen in Not- und Katastrophenfällen durch Übermittlung von Nachrichten für und an Dritte bei der Bewältigung der Notlage unterstützen. Bei Empfang eines Notrufs sollte man sich konzentrieren und alle aufgenommenen Informationen notieren. Folgende Grundregeln sollten bei der Behandlung von Notrufen stets beachtet werden: * Wer einen Notruf hört, bleibt auf Empfang und schreibt alles mit! * Nur auf Sendung gehen, wenn man helfen kann und den Funkverkehr nicht stört! * Die Frequenz erst verlassen, wenn sicher ist, dass geholfen wird oder die Notlage beendet ist! * Anweisungen der notrufenden Station oder der Leitstation (wenn vorhanden) befolgen! * Meldungen vollständig und wörtlich an Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei weitermelden! Es besteht *Pflicht zur Hilfeleistung*. Der § 323c des Strafgesetzbuchs stellt unterlassene Hilfeleistung unter Strafe: "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft." Die *5 W-Fragen* können dabei helfen, alle wichtigen Informationen zu einem Notfall zu übermitteln: * *Wo* ist das Ereignis? * *Wer* meldet es? * *Was* ist geschehen? * *Wie* viele Betroffene? * *Warten* auf Rückfragen! [question:BF104] [question:BF105] [question:BF106] [question:BF107] Das [Notfunkreferat des DARC](https://50ohm.de/rnf) stellt Empfehlungen für die Organisation von Notfallkommunikation bereit und hält diese auf aktuellem Stand. [Jetzt Mitglied im DARC werden!](https://50ohm.de/mw) Für die folgende Frage erinnern wir uns noch einmal an die Umrechnung von mitteleuropäischer Sommerzeit in UTC. Es gilt: UTC = MESZ minus 2 Stunden. Entsprechend ist andersherum MESZ = UTC + 2 Stunden. [question:BF108] --- Für den Funkverkehr eine Station des Flug- oder Seefunkdienstes gibt es die international festgelegten *Notzeichen "Mayday" und "SOS"*. Weiterhin gibt es sogenannte *Dringlichkeits- und Sicherheitszeichen*. Dazu gehören u. a. "PAN PAN" und "SÉCURITÉ". Mit einem *Notzeichen* teilt eine Station des See- oder Flugfunkdienstes an Bord eines Schiffs oder Flugzeugs mit, dass es sich in Not befindet. Im Sprechfunk wird dafür "Mayday" verwendet; in Telegrafie ist es "SOS". *Dringlichkeits- und Sicherheitszeichen* werden hingegen in weniger bedrohlichen Situationen verwendet. Da alle diese Zeichen im Amateurfunk nicht verwendet werden dürfen, bietet es sich im Notfall an, andere einschlägige Begriffe, wie "Notfall" oder "Emergency" zu verwenden, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Gebrauch dieser Not-, Dringlichkeits- oder Sicherheitszeichen ist im Amateurfunk durch die Amateurfunkverordnung verboten. Das bedeutet aber nicht, dass keine Notrufe abgesetzt werden dürften. Es ist lediglich darauf zu achten, dabei beispielsweise nicht MAYDAY zu verwenden. [question:BF101] [question:BF102] [question:VD105] [question:BF103] Die IARU hat für die ITU-Region 1 die folgenden Notfunkfrequenzen in den Bandplänen festgelegt, die bei Katastrophenfällen für den Funkbetrieb frei zu halten sind: % TODO: Eigentlich sind die Bandangaben unnötig. Aber wenn nur die Frequenz da steht, werden die Abstände zwischen den Zeilen riesig * $\qty{3760}{\kilo\hertz}$ im $\qty{80}{\meter}$-Band * $\qty{7110}{\kilo\hertz}$ im $\qty{40}{\meter}$-Band * $\qty{14300}{\kilo\hertz}$ im $\qty{20}{\meter}$-Band * $\qty{18160}{\kilo\hertz}$ im $\qty{17}{\meter}$-Band * $\qty{21360}{\kilo\hertz}$ im $\qty{15}{\meter}$-Band [question:BF109] \newpage