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Es geht in der Frage um ein "Netzanschlusskabel", also um eine
Stromversorgung mit $\qty{230}{\volt}$ und $\qty{50}{\hertz}$.
Das Ziel ist es, HF-Ströme auf der Zuleitung möglichst zu
dämpfen, die Stromversorgung mit einem
$\qty{50}{\hertz}$-Wechselstrom aber nicht zu beeinträchtigen.
Gesucht ist also ein Filter, der hohe Frequenzen stark bedämpft,
tiefe Frequenzen (hier die $\qty{50}{\hertz}$) aber möglichst
ungehindert passieren lässt: ein Tiefpassfilter.
Wenn man die Tiefpassfilterschaltung nicht unmittelbar erkennt,
kann man die richtige Schaltung auch im Ausschlussverfahren
ermitteln:
Kondensatoren haben bei tiefen Frequenzen einen großen kapazitiven
Widerstand und bei hohen Frequenzen einen kleineren kapazitiven
Widerstand. Damit kann man alle Schaltungen ausschließen, bei denen
Kondensatoren mit den Stromversorgungsleitungen in Reihe geschaltet
sind, denn diese in Reihe geschalteten Kondensatoren würden die
HF-Ströme passieren lassen, aber für die
$\qty{50}{\hertz}$-Stromversorgung einen relativ hohen Widerstand
darstellen, was das genaue Gegenteil des gewünschten Effekts ist.
Übrig bleibt also nur die Schaltung, bei der in Reihe mit den beiden
Adern der Stromversorgungsleitung je eine Spule eingeschleift ist und
die Kondensatoren zwischen die beiden Adern geschaltet sind.
Die in Reihe geschalteten Spulen haben für die
$\qty{50}{\hertz}$-Wechselspannung der Stromversorgung nur einen
sehr kleinen Widerstand, behindern die Stromversorgung durch das
Netzanschlusskabel also kaum. Für die der Stromversorgung überlagerte
HF bilden sie aber einen hohen induktiven Widerstand.
Die Kondensatoren zwischen den beiden Adern schließen die überlagerte
HF zwischen den beiden Adern quasi kurz, denn für die HF haben sie
einen sehr kleinen kapazitiven Widerstand. Für die
$\qty{50}{\hertz}$-Wechselspannung der Stromversorgung ist der
kapazitive Widerstand aber so hoch, dass der durch die Kondensatoren
fließende Querstrom bei $\qty{50}{\hertz}$ vernachlässigbar ist.